‚Der blaue Tiger’ – ein Meisterwerk des internationalen Kinderkinos

Als ‚Der blaue Tiger’ 2012 in die Kinos kam, erhielt der tschechische Kinderfilm nach kurzer Zeit unter anderen den Publikumspreis des Kinderfilmfestivals Kristiansand 2012 und den Audience Award des Barne Filmfestivalen 2013. Er hatte 2013 bei TIFF Kids (Sprockets) in Toronto sowie beim Internationalen Filmfest München Premiere. Mittlerweile sahen allein in Tschechien über 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer den Film. Und der deutsche Filmverleih meldete bereits am ersten Wochenende nach Startbeginn über 5.000 kleine und große Besucherinnen und Besucher.

Die Welt der Kleinen ernst nehmen

Kein Wunder, denn die tschechisch-deutsch-slowakische Gemeinschaftsproduktion ist ein 91-minütiges Meisterwerk für das internationale Kinderkino. Er ist ein Erzählfilm, auch ein Märchenfilm und zudem eine moderne sozialkritische Geschichte für Kinder und all jene Erwachsenen, die die Welt der Kleinen ernst nehmen und ihr Achtung zollen.

Petr Oukropec und Tereza Horváthová verfassten als Drehbuchautoren eine Geschichte, die aus Sicht der kleinen Hauptfigur des Films, der neunjährigen Johanna, erzählt wird. Petr Oukropec bereitete als Regisseur zudem die Geschichte für das Genre des Kinderfilms in mehreren Erzählsträngen und auf mehreren Ebenen auf. Klaus Fuxjager fing mit der Kamera verdichtete Atmosphäre in Zimmern, Treppenhäusern, Keller- und Klassenräumen, aber auch im alten botanischen Garten sowie auf Straßen einer tschechischen Großstadt auf und zeichnete mit intensiven Bildern Menschenporträts.

Vielschichtige Personen-Porträts gezeichnet

Dass diese so ausdrucksstark wurden, haben sie allen Akteurinnen und Akteurinnen zu verdanken. So zeigten die kleinen Schauspielerinnen und Schauspielern wie Linda Votrubová, als das neunjährige, fantasievolle und quirlige Mädchen Johanna, und Jakub Wunsch, als ihr freundlicher und gemütlicher kleiner Freund Mathias, mit anderen Kindern natürliche und vielschichtige Charaktere. Auch die Erwachsenen wie Barbora Hrzánová, die Johannas Mutter darstellte,

Jan Hartl als Gärtner Blume, Daniel Drew als böser Bürgermeister Nörgel und Daniela Voráčková als böse Lehrerin Drachenfels trugen zu den vielschichtigen Porträts von Personen in der Handlung bei.

Die Welt der beiden tschechischen Kinder Johanna und Mathias wurde vom Filmemacher Petr Oukropec nicht nur eingebunden in die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Menschen im alten botanischen Garten gezeigt. Sie hat durch die lebhafte Fantasie von Johanna auch unmittelbaren Bezug zu den Tieren, Blumen und Pflanzen. Moderne Filmtechnik und -technologie hoben diese Lebewesen besonders hervor, und so entstanden wichtige Sequenzen im Kinderfilm, die mit Zeichentrickfilm, Rotoskopie (Überzeichnung) und Computergrafiken eine andere Ebene von Erzählen, Wahrnehmung und Informationsverarbeitung ansprachen. Hier wurden rote Fische plötzlich Fische aus einem Zeichentrickfilm, und ein kleiner blauer Tiger zu einem großen blauen Tiger. Pflanzen wucherten so schnell wie nirgendwo sonst und Blumen öffneten ihre Kelche von einem Augenblick zum nächsten.

Leben im botanischen Garten in Gefahr

‚Der blaue Tiger’ berichtet im Haupt-Erzählstrang von Geschehnissen in einer tschechischen Großstadt, denen zufolge ein alter, zauberhafter botanischer Garten einem modernen Gebäudekomplex aus Stahl und Glas weichen soll. Einer der Drahtzieher, der gierige und bösartige Bürgermeister, bedroht dadurch das Leben von Johanna und ihrer Mutter sowie von Mathias und seinem Vater. Hier ist eine fantasievolle Kinderwelt in Gefahr, die von einem blauen Tiger gerettet werden soll.

Der Kinderfilm ist auf seiner ganzen Länge spannend und wird allgemein ohne Altersbeschränkung, als Empfehlung jedoch für Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, angegeben.

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